Nahost

Teheran lehnt Konsultationen mit Washington ab – US-Militär kapert iranischen Frachter

Teheran hat neuen Gesprächen mit Washington eine Absage erteilt und zudem "Vergeltungsmaßnahmen" angekündigt, nachdem US-Seestreitkräfte am Sonntag ein unter iranischer Flagge fahrendes Frachtschiff gestoppt und geentert hatten.

US-Präsident Donald Trump kündigte am Sonntag an, dass US-Vertreter auf dem Weg nach Pakistan seien, um erneute Konsultationen mit Teheran vorzubereiten. Parallel ordnete das Pentagon an, ein unter iranischer Flagge fahrendes Frachtschiff in der Straße von Hormus militärisch zu stoppen und zu entern. Als Reaktion teilte Teheran noch am Sonntag mit, dass jegliche Gespräche aufgrund "übertriebener Forderungen" seitens Washingtons aktuell abgelehnt würden. Arabische Medien melden am Montag, dass die Absage auch aufgrund der Schiffskaperung erfolge, dies in Verbindung mit möglichen "Vergeltungsmaßnahmen".

US-Präsident Donald Trump ließ über seine Presseteam am Sonntag auf Truth Social mitteilen, dass "Vertreter nach Islamabad in Pakistan reisen", um dort, so wörtlich, "Verhandlungen zu führen". Weiter heißt es in dem Beitrag darlegend:

"Der Iran hat kürzlich angekündigt, die Meerenge zu sperren, was seltsam ist, da unsere Blockade sie bereits gesperrt hat." 

Am gleichen Tag veröffentlichte das US-Militär die Information, dass Einsatzkräfte "sich am 19. April auf das unter iranischer Flagge fahrende Schiff abseilten." Dazu heißt es mit Videobildern untermauert:

"US-Marinesoldaten verließen das amphibische Angriffsschiff USS Tripoli (LHA 7) per Hubschrauber und flogen über das Arabische Meer, um an Bord der M/V Touska zu gehen und diese zu beschlagnahmen."

Zuvor ließ das US-Kriegsministerium erklären, dass demnach "die Besatzung der 'Touska' wiederholte Warnungen über einen Zeitraum von sechs Stunden hinweg ignoriert" habe.

Teheran hatte zuvor bekanntgegeben, die Meerenge erneut gesperrt zu halten, und bezeichnete diese Entscheidung als Reaktion auf die anhaltende Blockade seiner Häfen durch die Vereinigten Staaten.

Der staatliche iranische Sender IRIB zitierte daraufhin noch am Sonntag Regierungsquellen mit den Worten:

"Derzeit gibt es keine Pläne, an der nächsten Runde der iranisch-amerikanischen Gespräche teilzunehmen."

Die Nachrichtenagenturen Fars und Tasnim hatten zuvor unter Berufung auf anonyme Quellen berichtet, dass "die allgemeine Stimmung nicht als sehr positiv einzuschätzen" sei, und hinzugefügt, dass die Aufhebung der US-Blockade die vordergründige Voraussetzung für Verhandlungen sei.

Nach Ankündigung Washingtons zum Thema vermeintlich neuer Gesprächstermine in Pakistan meldet nun Al Jazeera am Montagmorgen, eine ungenannte Quelle aus Teheran habe bestätigt, dass keine iranischen Vertreter zu Verhandlungen reisen werden. Weiter heißt es in der Meldung:

"Iran hat Vergeltungsmaßnahmen angekündigt, nachdem die Vereinigten Staaten in der Straße von Hormus ein unter iranischer Flagge fahrendes Frachtschiff beschlagnahmt haben."

Die staatliche Nachrichtenagentur IRNA verwies auf Reaktionen Teherans vom Wochenende, laut denen es seitens der USA "unangemessene und unrealistische Forderungen" gebe. In der Folge erklärte die politische Führung:

"Unter diesen Umständen gibt es keine klaren Aussichten auf fruchtbare Verhandlungen."

Irans Präsident Massud Peseschkian warf den USA am Sonntag Vertragsbruch vor. "Die fortgesetzten provokanten und illegalen Handlungen der USA" im Rahmen der Seeblockade gegen Iran stellten "einen klaren Verstoß gegen die Waffenruhe dar", so arabische Medienagenturen zitierend. Irans Botschafter in Pakistan, Reza Amiri Moghadam, kommentierte auf X:

"Man kann nicht weiterhin gegen das Völkerrecht verstoßen, die Blockade verschärfen, Iran mit weiteren Kriegsverbrechen drohen, auf unzumutbaren Forderungen bestehen, mit leeren Phrasen um sich werfen und so tun, als würde man 'Diplomatie' betreiben. Solange die Seeblockade besteht, bleiben die Konfliktlinien bestehen."

Die Trump-Administration hatte in der Vorwoche eine Seeblockade für Schiffe verhängt, die aus iranischen Häfen auslaufen oder diese ansteuern. Nach Angaben des US-Zentralkommandos Centcom wurden im Zuge der Anordnung laut US-Medien "bereits 25 Schiffe angewiesen, umzudrehen oder in ihre iranischen Häfen zurückzukehren."

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